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Zigarrenkunde Teil 5: Wie raucht man eine Zigarre?

Die gekonnte Handhabung von Zigarren beschert Ihnen einen eleganten und klassischen Genuss, der seinesgleichen sucht. Damit sind viele Traditionen verknüpft, die vor allem Anfänger zunächst vor einige Rätsel stellen. 
Wie raucht man eine Zigarre richtig? Was tun bei Bitteraromen? Kann man eine Zigarre am nächsten Tag weiterrauchen? Diese und weitere Fragen beantwortet Ihnen dieser Blogbeitrag.

Zigarren genießen mit Stil

Die richtige Umgebung und Zeit, die Auswahl der Zigarre und ihres Formats, Begleitgetränke sowie Feuerzeug und Gerät zum Anschneiden - all das bestimmt zwar darüber, ob Ihnen ein gelungener Zigarrengenuss beschert ist. Am Ende ist das alles aber kein Geheimnis. Was wir Ihnen in diesem Blogbeitrag anbieten, ist ein roter Faden, anhand dessen Sie den Weg zum bestmöglichen Genussmoment erkunden können.

Ganz gleich, ob Sie einfach nur mehr über das Zigarrerauchen erfahren möchten oder versuchen, bei Ihrem nächsten Junggesellenabschied eine gute Figur zu machen – zu wissen, wie man eine Zigarre richtig handhabt, kann sich als nützlich erweisen. Um es vorweg zu sagen: Es gibt keine allgemeingültige Anleitung, um eine Zigarre richtig zu rauchen. 

Diese 6 Punkte jedoch möchten beachtet werden:

1. Ambiente - eine ansprechende und geeignete Umgebung 
2. Die richtige Zigarrenauswahl und genügend Zeit
3. Anschneiden und das richtige Gerät dazu
4. Anzünden
5. Genießen
6. Ausglimmen

1. Ambiente: Schaffen Sie eine ansprechende Umgebung

Beim Zigarrenrauchen geht es in erster Linie um den Genuss. Dafür ist das Setting entscheidend. Schließlich sprechen wir hier nicht von der schnellen Zigarette für zwischendurch. Schön gemütlich wird es mit einem passenden Drink zur Zigarre. Ob mit oder ohne Alkohol, bleibt natürlich ganz Ihnen überlassen. Schenken Sie sich zum Beispiel Ihren Lieblingswein, edle Spirituosen oder einen Espresso ein und lehnen Sie sich entspannt zurück. Wo? Gerne auf dem Sofa oder Ihrem Lieblingssessel und – wenn Sie zu den glücklichen Kaminbesitzern gehören – vor dem knisternden Feuer. 

Im Sommer schmeckt eine gute Zigarre unter freiem Himmel hervorragend, vor allem auf der eigenen Terrasse. Die Umgebung sollte windstill sein, denn sonst ist der Raumduft schnell fortgeblasen. Dieser ist aber wesentlich für die Entwicklung der Aromen. Ein allzu verrauchter Ort ist ebenso nicht anzuraten, denn Rauch, insbesondere Zigarettenrauch, übertönt die Zigarre. Raucht man mit mehreren Personen gemeinsam, so ist es ratsam, den gleichen Stick zu genießen. Ein Ort, an dem man Mitmenschen mit dem Geruch belästigt, ist für einen entspannten Smoke ebenfalls unerlässlich.

2. Die Wahl der Zigarre

Überlegen Sie daher vorab, wie lange Sie die Zigarre rauchen möchten, und nehmen Sie sich ausreichend Zeit. Für eine Zigarre im Robusto-Format sollten Sie 40 bis 60 Minuten einplanen. Größere Zigarren, wie eine Churchill, haben eine Rauchdauer von 90 Minuten oder länger. Wenn Sie zum ersten Mal eine Zigarre in den Händen halten, haben Sie diese vielleicht als Geschenk bekommen. So beginnt für viele die Reise in die Genusswelt. Ist das nicht der Fall, sollten Sie beim Kauf Ihrer ersten Zigarre ein paar Dinge beachten.
Beim Zigarrenrauchen für Anfänger besteht die Herausforderung darin, eine Zigarrenart oder -marke zu finden, die Ihrem (noch) ungeübten Gaumen entspricht. 
Wenn Sie noch nicht an das Zigarrenaroma gewöhnt sind, sollten Sie mit einer milden Zigarre beginnen. Lassen Sie sich in unseren #Filialen beraten oder # Lesen Sie unseren Artikel über geeignete Zigarren für Einsteiger

Ihre ersten Zigarren sollten nicht zu dünn sein. Dickere Modelle haben ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Luftzug, Aromaentwicklung und der Stärke der Zigarre, was für Anfänger angenehmer ist. Haben Sie bereits etwas Erfahrung beim Zigarrenrauchen gesammelt, können auch dünnere Zigarrenformate für schöne Genussmomente sorgen. Besonders, wenn Ihnen das intensive Aroma des Deckblatts wichtig ist. Zudem gibt es mit Sicherheit bestimmte Marken und Zigarrenarten, die es Ihnen angetan haben. Hier kommt es bei der Wahl lediglich darauf an, worauf Sie gerade Lust haben.

# Erfahren Sie hier mehr über Zigarrenformate und deren Wirkungen

3. Anschneiden und das richtige Gerät dazu

Bevor Sie Ihre Zigarre anzünden, müssen Sie diese rauchfertig machen. Das bedeutet, eine Zigarre durch Anschneiden zu öffnen, damit sie später richtig zieht. Mittels eines Einfach- oder Doppelklingen-Cutters, eines Zigarren-Bohrers, V-Schnitt-Cutters oder mit der edlen, aber selteneren Zigarrenschere wird die Zigarre am Kopf geöffnet.  Der Zigarrenkopf ist auch als „Mundende oder „Zugende“ bekannt.  Wie der Name verrät, ist es das Ende der Zigarre, an dem beim Rauchen gezogen wird. Das Brandende, dort, wo die Zigarre angezündet wird, nennt man „Zigarrenfuß“. 

Die Art des gewählten Anschnittes hat große Auswirkungen auf Aroma und Rauchintensität.  Je kleiner ein Anschnitt bzw. eine Bohrung ist, desto stärker ist die Konzentration von Aroma und Nikotin. Für Anfänger empfehlen wir daher den Doppelklingen-Cutter, um ein milderes Geschmackserlebnis zu erzeugen. Achten Sie darauf, dass die Klingen schön scharf sind. Das ermöglicht einen glatten Schnitt, ohne Schäden am Deckblatt zu erzeugen oder die Zigarre zusammenzudrücken. 

Mit dem Bohrer können Formate mit abgeflachtem Kopf geöffnet werden. Der Vorteil liegt in einem konzentrierteren Zugverhalten. Der Zigarrenkopf ist auch als „Mundende" oder „Zugende“ bekannt. Beim Bohren ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Diese Methode neigt oft dazu, das Deckblatt am Mundende einreißen zu lassen. Bestenfalls hat man dann ständig Tabakkrümel im Mund, das Deckblatt wickelt sich ab oder die Zigarre wird unrauchbar, da sie ihren Zugwiderstand einbüßt. Der Zigarrenkopf ist auch als „Mundende oder „Zugende“ bekannt. 

#Lesen Sie hier unsere Anleitung, wie man eine Zigarre richtig anschneidet 

Zigarrenschneider, Zigarrenetuis und weiteres Zigarren-Zubehör finden Sie im WOLSDORFF Online-Shop. Jetzt Zubehör entdecken!

4. Zünden Sie die Zigarre an

Sobald Sie den Kopf Ihrer Zigarre korrekt geöffnet haben, können Sie sie anzünden. In den meisten Fällen ist dafür ein handelsübliches Feuerzeug völlig ausreichend. Sollten Sie sich draußen in einer windigen Umgebung befinden oder es schneller gehen soll, dann ist ein Sturmfeuerzeug eine gute Wahl. Zigarren nehmen schnell andere Aromen und Geschmäcker an. 

Verwenden Sie zum Entzünden der Zigarre bitte ein Gasfeuerzeug oder schwefelfreie Streichhölzer, damit das Aroma nicht verdorben wird.

Halten Sie die Zigarre zum Anzünden über die Flamme und drehen Sie sie dabei langsam zwischen den Fingern hin und her. Sobald Ihre Zigarre einen komplett umlaufenden grauschwarzen Rand zeigt, halten Sie ihr das Feuerzeug für den letzten Schliff entgegen und nehmen Sie ein paar Züge von Ihrer Zigarre – nun können Sie Ihre Zigarre genießen. Dadurch rösten Sie das Ende langsam und gleichmäßig an. So kommen die Aromen am besten zur Geltung. Ist der Aschering nicht geschlossen, würde sich dadurch die Zigarre zu stark erhitzen und das Aroma leidet. Machen Sie beim Anzünden nicht den Fehler, die Zigarre wie eine Zigarette zu behandeln! Wenn Sie versuchen, den Tabak sofort anzuzünden und dabei leicht zu paffen, erhitzen Sie die Zigarre zu stark und trüben das exquisite Aroma.

Arten des Anzündens

"Normales" Feuerzeug

Der einfachste Weg zum Anzünden einer Zigarre ist ein normales Feuerzeug, da dieses eine Softflamme (Normalflamme) verwendet. Bewahren Sie einen Abstand von ca. 1 cm und halten Sie die Zigarre zum Anzünden langsam drehend über die Flamme. Sobald die Zigarre einen grauschwarzen Rand erhält, nehmen Sie über der Flamme des Feuerzeuges ein paar Züge – nun können sie Ihre Zigarre genießen. Ein normales" Feuerzeug ist geeignet für Innenräume und eine windarme Umgebung.

Sturm-/Jet-Flame Feuerzeug

Sollten Sie einen entspannten Tag geplant haben, sich aber eher in einer windigen Umgebung bewegen, so ist ein Jetflame-Feuerzeug die perfekte Wahl. Die Flamme verweht nicht so leicht und ist heißer als bei einem gängigen Feuerzeug. Auch das Entzünden geht deutlich zügiger vonstatten. Sie sollten Ihre Zigarre in einem guten Abstand zur Flamme halten und sie während des Anzündens drehen.

Für die ganz Eiligen unter uns gibt es Jetflame-Feuerzeuge mit zwei oder gar drei Düsen.

Zündhölzer & Zedernholz

Sie haben keine schwefelfreien Zündhölzer zur Hand oder sind Liebhaber der klassischen Art? Entzünden Sie Ihre Zigarre mit einem Streifen Zedernholz, der fast allen Zigarrenkisten beiliegt. Fragen Sie Ihren Händler - bei den meisten Zigarrengeschäften fallen diese Holzblätter stets in größeren Mengen an.

Entflammen Sie das Zedernholz und zünden Sie die Zigarre über der Flamme an. Streichholz und Zedernholz sind geeignet für Innenräume und eine windarme Umgebung.

No Go's: Benzin-Feuerzeuge & Kerzenflamme

Zigarren nehmen Gerüche und Geschmäcker sehr schnell auf. Aus diesem Grund wird Ihnen jeder Kenner davon abraten, mit einem Benziner anzuzünden, da diese einen fast schon spritartigen Geruch/Geschmack bekommen würde. Kerzenflammen sind ebenfalls nicht geeignet, da die ätherischen Öle und das Wachsgas sich in der Zigarre absetzen und den Geschmack verfälschen.

5. Rauchen Sie die Zigarre richtig

Nun, da Ihre Zigarre angeröstet und angezündet ist, kann Ihre Genussreise beginnen. Ziehen Sie den Rauch in die Mundhöhle auf den Gaumen, um die Aromen vollständig aufzunehmen. Der Zigarrenrauch sollte dabei ein paar Sekunden im Mund bleiben, damit sich der Geschmack entfalten kann. 

Damit sich nicht zu schnell zu viel Asche bildet und die Zigarre zu heiß wird, sollten Sie sich beim Rauchen Zeit lassen. Warten Sie zwischen den Zügen ruhig ein paar Minuten ab und lassen Sie den Geschmack auf sich wirken.

Hinweis für Einsteiger: Zigarren werden gepafft. Abgesehen vom Geschmack ist es auch aus gesundheitlichen Gründen nicht ratsam, Zigarren auf Lunge zu rauchen. Zigarren werden eher kalt geraucht. Bei übermäßiger Hitze schmeckt die Zigarre bitter. Widerstehen Sie daher der Versuchung, den Ascheblock am Ende bei der ersten Gelegenheit abzustreifen. Dieser hat nämlich einen kühlenden Effekt, der für den Genuss wichtig ist. Warten Sie stattdessen ab, bis der Ascheblock etwa 2 cm lang ist. Streifen Sie ihn dann durch eine langsame Drehbewegung im Aschenbecher ab.

Das Abnehmen des Zigarrenrings (auch: Banderole oder Bauchbinde) ist eine Frage der persönlichen Vorliebe. Manche ziehen es vor, ihn sofort zu entfernen, andere lassen ihn dran. Viele Genießer sammeln auch die Ringe als Erinnerung an eine schöne Zeit. Da einige Ringe etwas fester sitzen oder am Deckblatt kleben, empfehlen wir, erst nach einem Drittel des Zigarrengenusses den Ring vorsichtig zu entfernen. Dadurch verhindern Sie eine Beschädigung des Deckblatts und damit eine Verschlechterung des Zugverhaltens. 

Bewegt sich der Ring nicht, so reißt er meist ein Loch in das Deckblatt. Um dies zu umgehen, wartet man, bis die Glut so weit am Ring ist, dass der Naturkleber der Deckblätter sich erwärmt und sich die Banderole leicht bewegen und ablösen lässt.

6. Lassen Sie die Zigarre ausglimmen

Die Glut einer Zigarre erlischt von selbst, wenn Sie für längere Zeit nicht daran ziehen. Es ist also nicht nötig, sie im Aschenbecher auszudrücken – abgesehen davon, dass es nicht die feine Art ist. Denn: Eine Zigarre geht in Ehren. Ist sie bis kurz vor die Bauchbinde abgebrannt, sollte diese abgenommen werden. Danach können Sie die Zigarre noch einige Zeit weiterrauchen, solange Sie möchten und es Ihnen schmeckt. Was übrigbleibt, können Sie schließlich im Aschenbecher ablegen und ausglimmen lassen. 

Tipp: Damit der Tabakrauch aus Ihren Räumlichkeiten wieder verschwindet, sollten Sie einmal ordentlich für ca. 10 Minuten stoßlüften. Auch angezündete Kerzen können helfen: Sie sind in der Lage, die Geruchsstoffe quasi zu „verbrennen“. Zudem gibt es Duftkerzen, die durch ihr Aroma dem Tabakrauch entgegenwirken. Nachdem Sie nun die Grundlagen beherrschen, ist es Zeit zum Entspannen und Genießen. Lehnen Sie sich zurück, nippen Sie am Drink Ihrer Wahl und lassen Sie die Seele baumeln – ob allein oder in Gesellschaft.

# Lesen Sie hier unseren Artikel zum Thema Pairing von Zigarre & Drink

Wir wünschen Ihnen ein schönes Genusserlebnis

Ihr WOLSDORFF-Team

Zigarrenkunde Teil 1: Zigarrenformate

Zigarrenkunde Teil 2: Die richtige Aufbewahrung Ihrer Zigarren

Zigarrenkunde Teil 3: Aging von Zigarren - Mythos oder Wahrheit?

Zigarrenkunde Teil 4: Warum brauchen Zigarren eine besondere Lagerung?

Zigarrenkunde Teil 5: Zigarrenkunde Teil 5: Wie raucht man eine Zigarre?